Die erste Installparty der LUG Ahaus


eine Zusammenfassung

Informationen zum Download


Die Vortragsunterlagen von der Installparty stellen wir hier im PDF-Format zur Verfügung:

  • Intro, Rainer Ostendorf DOWNLOAD
  • Linux - Eine Erfolgsgeschichte, Arno Krüger DOWNLOAD
  • Debian - Kurze Vorstellung der Distribution, Rainer Ostendorf DOWNLOAD
  • Informationen zu SuSE-Linux finden sich auf den SuSE-Seiten
  • Die Notizen zum Linux-Basics Vortrag von Hendrik Söbbing sind unauffindbar, die meisten Themen wurden allerdings auch im Linux-Basics-Workshop behandelt, dessen Unterlagen oben verlinkt sind.


Bilder von der Installparty sind in unserer Gallerie zu finden.
Die auf der Installparty vorgeführeten Programme sind hier im Netz zu finden:

Als erste Informationsquelle zu Linux haben wir in unserer Rubrik Links zahlreiche Seiten auflistet, die umfangreiche Dokumentation zu Linux bereitstellen.

Vorbereitungen...


Die Idee eine Installationsparty zu veranstalten hatten viele Mitglieder der neuen Ahauser Linux User Group schon länger, allerdings hatte niemand Erfahrung mit der Organisation einer solchen Party und es fehlte auch einfach eine passende Lokalität. Das änderte sich irgendwann im Juli, nach dem 3. Treffen, als Arno verkündete, es gäbe eventuell die Möglichkeit so etwas in Kooperation mit der Technischen Akademie Ahaus im Ahauser Schloß zu machen.

 

Von da an ging dann alles ganz schnell. Ein Termin wurde gefunden, ein Webforum zur Koordination eingerichtet und erste Ideen zu möglichen Inhalten gesammelt. Wir waren uns recht schnell einig, dass es sinnvoll wäre eine SuSE-Installation für Ein-/und Umsteiger, sowie eine Debian-Installation für fortgeschrittenere Teilnehmer, die vielleicht zuvor schon an einem UNIX-System gearbeitet haben, anzubieten. Zusätzlich zur eigentlichen Installation sollte es ein Rahmenprogramm, bestehend aus Vorträgen zu diversen Themen, geben. Dies sollte den Teilnehmern - die womöglich zum ersten Mal ein Linux-System benutzen - eine grobe Orientierung und einen Überblick über die Fähigkeiten von Linux geben. Wir haben einen Einstieg in die Linux-Welt über die Entwicklungs-Historie für sinnvoll erachet und Arno hat einen Vortrag erstellt, den er uns auf dem nächsten Treffen präsentieren konnte.

Nachdem wir auch die Themen für die restlichen Aufträge festgelegt hatten und eine grobe Agenda für den Ablauf feststand, ging es dann daran Werbung für die Installparty zu machen. Auf unserer Homepage war schon recht früh eine Ankündigung zu lesen und unsere Party stand auch schon offiziell im Programm der TAA, aber aufgrund der Tatsache dass es uns als LUGAH noch nicht allzulange gibt, fehlte die nötige Bekanntheit unserer Webseite. Also musste eine Zeitungsmeldung her. - Zu diesem Zeitpunkt gingen wir immer noch davon aus, höchstens 20 Teilnehmer gewinnen zu können, wir wäre über 10 Leute vermutlich schon recht glücklich gewesen. - Also wurde eine Pressemitteilung verfaßt, die zwei Wochen später als geplant (es gab schließlich so wichtige Dinge wie Urlaub zu erledigen), nämlich Mitte August, an die Presse ging. Und weil wir ja viele Menschen erreichen wollten ging sie direkt an drei Redaktionen, viel hilft ja bekanntlich viel. Tat es dann auch. Die Zugriffsstatistik unserer Webseite sprach hier eine recht deutliche Sprache. So hatten wir dann auch innerhalb weniger Tage nach der ersten Veröffentlichung rund 20 Anmeldungen. Und es wurden täglich mehr.

Eine Woche vor dem Termin der Installparty trafen wir uns dann im Schloß zu einer Art Generalprobe um den Ablauf zu kären, Präsentationen zu sehen und uns mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen. Installiert wurde auch kräftig, zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht vom lokalen Mirror-Server, sondern von CDs und DVDs. Es folgte eine Woche, die hauptsächlich von reger Betriebsamkeit im Forum und stetig steigenden Anmelde-Zahlen geprägt war. Es mussten Namenschilder gedruckt , die Verpflegung während der Veranstaltung geklärt und eine Einteilung in Installations-Teams vorgenommen werden. Was uns immer mehr Sorgen bereitete war die Tatsache dass das Verhältnis von LUG'ern zu Anmeldungen drastisch sank, so dass wir eine ausreichende Betreuung während der 'heißen Phase', der Installation fürchteten. Freundlicherweise boten hier die Mitglieder der benachbarten LUG aus Gescher ihre Hilfe an, sollte es bei uns eng werden.

Am Freitag, dem letzen Tag bevor es ernst werden sollte, trafen wir uns dann noch einmal im Schloß um die Installation vom Spiegelserver zu testen. Nachdem die Daten auf den Rechner hochgeladen waren folgte ein erster Probelauf der Debian-Installation. Selbstverständlich behielt hier Murphy's Gesetz seine Gültigkeit: Das Mirror-Skript hatte einen entscheidenden Ordner vergessen und somit klappte die Installation nicht. Da wir für solche Fälle als Fallbacklösung einen zweiten Spiegel aufgesetzt hatten schien die Lösung einfach zu sein: Festplatte von zuhause holen, einbauen, aufspielen, fertig. Denkste. Zwar schien der Mirror relativ vollständig zu sein, allerdings offenbarte sich beim Kopieren der Daten ein ernsthaftes Problem im Dateisystem. Trotz fehlerfreiem fsck-Durchlauf konnten große Teile des Verzeichnis-Baums nicht kopiert werden und es hagelte Fehlermeldungen. Jetzt war guter Rat teuer, aber nach ca. 3 Stunden gelang es uns dann aus einem vorhandenen CD-Satz und dank Stephans produktivem Einsatz von 'cat' einen vollständigen Debian-Mirror zu basteln, mit dem man das System problemlos installieren konnte.

... Party time ...


Der Samstag morgen. Es wird ernst, wir haben mittlerweile ca. 40 Anmeldungen. Die letzte Mail mit einem: „Kann ich noch kommen?“ kam gestern um 23:00 Uhr. Klar doch – wenn noch Platz ist. Wir wollen um 12:00 Uhr loslegen - die Uhrzeit ist zwar eher ungewöhnlich, aber wie sich zeigen sollte – und wie wir bereits vermuteten – war es ganz gut so früh anzufangen.

Der Morgen ist im wesenlichen mit den letzten Vorbereitungen ausgefüllt: Getränke kaufen, Kuchen backen, diverse Zettelchen bedrucken. Dann eigentlich nur noch Kaffee kochen, der Präsentation das letzte Update geben und noch kurz ewas futtern.

Kurz vor 12 kommen auch schon die ersten Gäste, zum Teil mit gewichtiger Hardware. Innerhalb einer Viertelstunde füllt der Raum in dem wir starten wollen bis auf wenige Plätze. 50 Leute insgesamt, nicht schlecht. Wir starten mit der Vorstellung der LUG und unseres Programms für heute. Es folgt dann ein ausführlicher Vortrag von Arno zur Entwicklung von Linux von Ver. 0.1 bis zum heutigen Stand, unterbrochen von kurzen Diskussionen zu Themen wie TCPA und Softwarepatenten.

Anschliessend werden die zwei verschiedenen Distributionen vorgestellt: Debian und SuSE. Ich hoffe mal die Debian-Distri nicht als zu anspruchsvoll dargestellt zu haben, aber ich wollte vermeiden dass jemand mit falschen Vorstellungen nachher enttäuscht ist. Dann folgt eine Pause, in der reger Zugriff auf unsere Catering-Ecke mit Getränken, Pizza und Kuchen erfolgt. Erste Kontakte werden geknüpft und man berät über die Distributionswahl.

Nach der Pause bilden sich Gruppen: SuSE mit eigenem PC, SuSE ohne PC, ... etc. Die meisten wollen erwartungsgemäß SuSE installieren, an Debian trauen sich immerhin noch ca. 8 Leute ran :) Die Raumaufteilung klappt ziemlich gut, lediglich finden sich Thorsten und Michael plötzlich in der glücklichen Lage eine SuSE Installation vorführen zu dürfen, ohne am Freitag die Installation vom NFS geprobt zu haben. Es klappt dann aber alles problemlos. Auch bei der SuSE-Installation auf mitgebrachter Hardware gibt es wenig Probleme – es werden lediglich 2 Systeme mangels Netzwerk-Zugriff per CD installiert. Ebensfalls recht problemfrei geht die Debian-Installation vonstatten, hier bleibt ein Rechner ohne USB-Maus-Support (sehr ominös..) und die Installation von Debian 2.2 auf einer SPARC-Station scheitert leider an einer nicht lesbare Boot-CD. Die TAA-Rechner der SuSE-Leute ohne PC sehen ebenfalls sehr installiert aus und Arno kann sogar noch einige Grundlagen des Desktop-Systems erklären.

Gegen 17:00 Uhr versammeln sich dann die meisten wieder im großen Tagungs-Raum, wo Hendrik einen Vortrag zu Linux-Basics wie Dateisystem, shell-tools, dem 'mount'-Konzept und vielen Konsolen-Grundlagen hält.

Anschliessend kommt dann von Arno noch eine Präsentation der aktuellen OpenOffice-Suite, die einen ersten Eindruck dieses Programmpackets vermittelt. Nach einer kurzen Pause folgt eine Vorführung des Multmedia-Players Mplayer und des Mail User Agenten kMail. Damit schliessen dann wir dann gegen 18:30 die Veranstaltung ab.

... Resúme


Alles in allem bin ich überaus zufrieden gewesen mit dem Verlauf unseres ersten großen Projektes und ich glaube das ging allen beteiligten LUG-Ah'lern so. Dazu beigetragen hat sicherlich auch das durchweg positive Feedback von den Teilnehmern, das man im Laufe der Veranstaltung und auch danach bekommen hat. Bis auf kleinere Problemchen hat alles geklappt, sogar der Ablaufplan konnte ziemlich gut umgesetzt werden. Ich denke auch das niemand von uns zuvor mit einer solchen Resonanz auf das Angebot einer Installparty gerechnet hätte, offensichtlich besteht ein echtes Interesse an Linux als alternativem Betriebssystem.

Zum Gelingen der Veranstaltung hat zweifellos auch die sehr gute Kooperation mit der Technischen Akademie Ahaus beigetragen, die so wirklich nicht selbstverständlich war. Immerhin wurden uns völlig kostenlos 5 perfekt ausgestattete Vortragsräume zur Verfügung gestellt, ebenso wie die Plattensätze, auf denen die Linux-Installation erfolgte. Das ist alles andere als normal und an dieser Stelle auch noch mal ein großes Dankeschön an die TAA für diese großzügige Unterstützung.

Ich denke dies war nicht die letzte Veranstaltung der LUG Ahaus und freue mich schon auf die folgenden :)


Rainer Ostendorf